Gelenke & Schmerzen – Welche Medikamente helfen bei Arthrose?

Kai, Redaktionsleitung

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Hände eines Senioren, der sich das schmerzende Knie hält
© sebra / stock.adobe.com

Medikamente bei Arthrose, die den Scherz erfolgreich lindern.

Eine sehr häufig vorkommende Gelenkerkrankung ist Arthrose, der man aber mit entzündungshemmender Ernährung, unterschiedlichen Medikamenten, Bandagen und Sport entgegenwirken kann. Durch diese Maßnahmen können Schmerzen dauerhaft gelindert werden, ohne das eine Operation nötig wird.

Es gibt Arzneimittel, die der Erkrankung optimal und effizient entgegenwirken. Wenn man bedenkt, dass allein in Deutschland mindestens 8 Millionen Menschen unter dieser Krankheit zu leiden haben, kann man sich schnell die täglichen Belastungen, die diese Erkrankung mit sich bringt, vorstellen. Die Betroffenen leiden unter schlimmen Gelenkschmerzen, die in Schüben auftreten können.

  • Wenn die Arthrose in den Fingern oder Handgelenken diagnostiziert wurde, fällt den Patienten das Greifen unheimlich schwer. In den Knien oder Hüften diagnostiziert, wird sich eine Verschlechterung, unabhängig von der Belastung, rasant bemerkbar machen.
  • Im schlimmsten Verlauf der Arthrose, lassen sich die Gelenke im Endstadium fast gar nicht mehr bewegen.

Symptome – Bewegungsschmerz und Schwellungen.

Zu Beginn werden die Patienten immer ein Steifheitsgefühl oder auch Schwelungen an ihren Gelenken feststellen. Erst später werden sich Belastungsschmerzen sehr deutlich einstellen, die leider zu einem Dauerschmerz führen werden.

  • Aber die Beschwerden werden sich bei jedem Patienten grundsätzlich anders darstellen, deshalb sollte im Vorfeld grundsätzlich eine ausführliche Anamnese, durch einen Facharzt vorgenommen werden.
  • In diesem Patientengespräch wird der Facharzt immer auf die allgemeine Beweglichkeit und das Gangbild des Patienten eingehen und die Ergebnisse genau prüfen.

Das betroffene Gelenk wird demzufolge auf die Beweglichkeit, den Bewegungsumfang, die Schmerzhaftigkeit und andere Veränderungen untersucht. Die Untersuchungen sind deshalb so enorm wichtig, damit festgestellt werden kann, wie weit der Verschleiß vorangeschritten ist. Danach richtet sich, welche Medikamente verabreicht werden können oder welche Behandlungsmöglichkeiten überhaupt möglich sind.

Diagnose von Arthrose durch Röntgen

Bei der Untersuchung beim Facharzt wird selbstredend immer genau erfragt, wo die Problemzonen und die Hotspots der Schmerzen liegen. Die Prüfung der Funktionalität, Stabilität und des umgebenen Muskelgewebes ist selbstverständlich nur ein Teil der Untersuchung.

CT beziehungsweise MRT, sind ebenfalls Verfahren, wie auch die Röntgenuntersuchung, die hier zur Anwendung kommen werden. Durch diese ganz speziell auf den Zustand des Patienten ausgerichteten Verfahren, kann genau festgestellt werden, wie weit die Knorpelveränderung schon fortgeschritten ist oder ob bereits Risse im Knopelgewebe zu erkennen sind. Danach wird die Medikation festgelegt, hierzu sollte man aber wissen, dass die Medikamente doch sehr kostenintensiv sind. In der Regel werden sie aber von den Krankenkassen übernommen.

Vor- und Nachteile bei Salben und Cremes gegen Arthrose

Für Hand- und Kniegelenke empfehlen einige Experten in der Regel immer am Anfang der Behandlung, Präparate zum Auftragen auf die Hautflächen. Über die Haut können die Wirkstoffe in die Gelenke, die sich nah an der Oberfläche befinden, gut eindringen. Ein entscheidender Vorteil ist hierbei, dass diese Methode weniger Nebenwirkungen für die Betroffenen hat, als bei der Einnahme von Kapseln.

Nachteilig angemerkt müssen in diesem Zusammenhang, Mittel zum Schlucken. Diese Medikamente können bei den Betroffenen zu erhöhtem Blutdruck führen, aber auch Nierenschädigungen sind häufig der Fall.

  • Weiterhin sind Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre nach der Einnahme dieser Arthrosemedikamente keine Seltenheit. Bei Medikamenten, wie Salben oder Cremeprodukten werden diese Nebenwirkungen nicht festgestellt.
  • Werden diese Salben auf die Haut aufgetragen, können nicht so viele Wirkstoffe auf einmal in das Blut übergeben. Diese Mittel enthalten beispielsweise Ibuprofen, Ketoprofen, Piroxicam oder auch Diclofenac.

Nachteile gibt es aber auch bei diesen Produkten, die auf die Haut aufgetragen werden müssen. Durch Salben, die auf die Hautoberfläche aufgetragen werden, können sich aber auch Hautreizungen, teilweise auch Ekzeme bilden, die sehr schmerzhaft sein können. Wenn sich dieser Zustand einstellen sollte, ist die Möglichkeit gegeben, Tabletten oder Dragees einzunehmen.

Haben Patienten aber Arthroseprobleme an den Hüften, sollte überhaupt keine Mittel zum Auftragen auf die Haut verwendet werden. Es würde sich in einem solchen Fall, keine Besserung einstellen, weil das Hüftgelenk viel zu groß ist und die umliegende Fettpolsterung, ein Eindringen der Salben bis zum Gelenk, gar nicht möglich wäre.

Jede Therapie immer mit dem Facharzt abstimmen!

Sicher können einige Arzneien rezeptfrei in der Apotheke erworben werden, das bedeutet aber in keinem Fall, dass diese Mittel unbedenklich angewendet werden dürfen. Sind die Schmerzen oder Symptome nach einer Woche nicht deutlich minimiert worden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Nur so kann der Krankheitsverlauf eindeutig diagnostiziert werden.

Diese Gelenkkrankheit sollte in keinem Fall unterschätz werden, deshalb ist es auch von enormer Wichtigkeit, die entsprechende Therapie, durch einen Facharzt abklären und veranlassen zu lassen. Ist die richtige Therapieform gefunden, kann eine entsprechende Medikation vorgenommen werden. In der Regel besteht diese aus rezeptpflichtigen Medikamenten, wie Tabletten mit höherer Wirkstoffdosis. In einigen Fällen wird mit Protonenpumpenhemmern kombiniert, weil dadurch die Magenschleimhaut geschützt werden soll. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten und Therapieformen, um diese Krankheit effektiv zu behandeln.

Therapien, die sich bei Arthrose bewährt haben

  • Beratung bei einem Facharzt
  • Verabreichungen wirksamer Arzneien
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Angemessene Bewegung hilft gegen die Versteifung
  • Leichte Spaziergänge bei Knie-und Hüftarthrose
  • Muskelkräftigung gezielt als Stütze der Gelenke durchführen
  • Schmerzreduzierung durch Wärme- oder Kältebehandlungen
  • Bei geschwollenen Gelenken keine Wärmebehandlung durchführen
  • Entlastung der Gelenke durch Gewichtsreduktion erreichen
  • Starke Belastung bei Bewegung durch Orthesen minimieren
  • Operation bei fortgeschrittenem Verschleiß

Mit rezeptfreien Medikamenten ist keine dauerhafte Therapie möglich!

Allen Betroffenen sollte klar sein, dass eine Selbstmedikation der schlechteste Weg ist, um dieser Gelenkkrankheit entgegenzuwirken. Wer es aber dennoch erst einmal mit rezeptfreien Mittel aus der Apotheke versuchen will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Selbstmedikation sofort beendet werden muss, wenn ein Abklingen der Beschwerden festgestellt wird. Das Absetzen der Medikamente muss spätestens nach ein bis drei Wochen erfolgen.

Der Absetzungszeitraum ist aber abhängig vom eingenommenen Medikament. Grundsätzlich gilt aber, dass alle entzündungshemmenden Wirkstoffe niemals für eine Dauertherapie geeignet sind. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass es keine ursächliche Behandlungsform gegen diese Gelenkkrankheit gibt.

  • Arthrose ist im Gegensatz zu Gelenkrheuma nicht ursächlich behandelbar, denn es gibt keinen Wirkstoff, um die Abbremsung des Knorpelabbaus zu bewirken.
  • Positiv kann aber angemerkt werden, dass es Arzneien gibt, die den Patienten über die schmerzhaften Schübe hinweghelfen. So ist es den Betroffenen möglich, die Gelenke dennoch gezielt bewegen zu können, um die Muskulatur zu stärken.

Medikamente, wie Kortison und hochdosierte Schmerzmittel grundsätzlich nur kurz anwenden!

Grundsätzlich soll die Medikation mit hochdosierten Wirkstoffen dazu führen, dass die Beschwerden und Entzündungen gemindert werden. Bei diesen bestimmten Schmerzmitteln, kommen sehr häufig Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zum Einsatz, diese Wirkstoffe sollen ganz akute Schmerzen lindern, um den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben zu können. Ein weiterer Bestandteil der Therapie mit Arzneimitteln ist ein Kortisonpräparat, welches entzündungshemmend wirkt.

Hierzu sollten die Betroffenen aber wissen, dass dieses Mittel keine langanhaltende Wirkung zeigt und auch nur sehr kurz angewendet werden darf. Es sollte auch nur dann zur Anwendung kommen, wenn andere Mittel, keine gewünschten Ergebnisse erzielt wurden.

Auch Injektionen mit dem Wirkstoff Kortison sind bei Arthrose möglich, eine Langzeitanwendung sollte aber nicht erfolgen, denn Kortison schwächt die Knochenstruktur. Wenn der Schmerz effektiv unterbunden werden muss, bieten sich Medikamente an, in denen die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure oder Diclofenac enthalten sind. Hierzu sollte aber unbedingt erwähnt werden, dass sie auch starke Nebenwirkungen hervorrufen können. Deshalb sollte auch hier keine Langzeittherapie vorgenommen werden.

Die multimodale Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen anwenden!

Eine multimodale Therapie ist grundsätzlich immer als fachübergreifendes Behandlungsprogramm anzusehen. Diese Behandlungsform wird dann eingesetzt, wenn die Betroffenen unter starken chronischen Schmerzen leiden. Eine multimodale Schmerztherapie hat sich bei dieser Problematik bestens bewährt, denn die Schmerzen werden deutlich gelindert. In dieser Therapie wird den Betroffenen eine vierwöchige Intensivbehandlung geboten, die ihnen den Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten näher bringt.

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