Sport machen nach einer Impfung – Worauf achten?

Kai, Redaktionsleitung

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Ein Arzt gibt einer Frau eine Spritze in den Oberarm.
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Sportliche Aktivitäten nach Impfungen

Wie schaut es mit Sport nach einer Impfung aus? Vielen Sportlern bereitet diese Frage Kopfzerbrechen und auch normale Durchschnittsbürger wissen nicht genau, wie sie sich am besten verhalten sollen. Wie lange muss mit Joggen und weiteren Trainingszeiten ausgesetzt werden oder ist es möglich sofort wieder zu starten?

Wie verhalte ich mich richtig nach einer Impfung?

Generell gilt: Es existiert kein grundsätzliches Verbot für sportliche Betätigungen nach einer Impfung. Allerdings empfehlen Fachexperten am Tag der Impfung auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Der Körper sollte in Ruhe gelassen werden, da der Impfstoff entsprechend verstoffwechselt werden muss.

Starke körperliche Aktivität könnte Rötungen und Schwellungen an der Stichstelle begünstigen. Auch von Übelkeit und Schwindel wird immer wieder als unmittelbare Folge einer Impfung beeinträchtigt. Mit etwas Ruhe klingen diese Beschwerden allerdings nach kürzester Zeit wieder ab.

  • Zahlreiche Mediziner empfehlen allerdings für einige Tage auf intensive sportliche Leistung zu verzichten. Im Bereich des Leistungssports werden bis zu 2 Wochen vor einem Wettkampf keinerlei Impfungen mehr durchgeführt.
  • Jeder Organismus reagiert anders. So berichten einige von keinerlei Reaktionen und andere beklagen intensivere Symptome. Im Zweifelsfall ist es immer eine gute Idee, mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.

Stört eine Impfung die körperliche Leistungsfähigkeit?

Es ist durchaus möglich, dass die Leistungsfähigkeit für einen bestimmten Zeitraum eingeschränkt ist. Kurz nach dem Piecks kommt es zu zahlreichen Reaktionen innerhalb des gesamten Organismus. Diese werden als ganz normale Impfreaktionen bezeichnet. Diese geben Signale, dass die Impfung ihre Wirkung entfaltet. Das Immunsystem ist aktiviert und setzt sich mit der verabreichten Substanz auseinander. Typische Impfreaktionen sind leichte Schmerzen und ein Ziehen rund um die Einstichstelle. Es kann zudem zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit kommen.

  • Weitere körperliche Symptome könnten leichtes Fieber, Migräne und Kopfschmerzen sein. Das gewohnte Tagespensum ist in den darauffolgenden Tagen nur schwer beizubehalten, da es an Energie und Antrieb fehlt.
  • Es muss allerdings betont werden, dass dies individuelle Einzelergebnisse sind. Jeder Organismus reagiert in einer anderen Art und Weise. Viele Personen spüren auch überhaupt nichts, obwohl das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet.

Sind besondere Impfungen für sportliche, aktive Menschen notwendig?

Hier gilt ein klares Nein. Sportler benötigen keinen speziellen Impfstoff. Die Vorgaben der STIKO geben einen roten Faden und richten sich im Besonderen an aktive Athleten. Ein umfassender Impfschutz wird besonders empfohlen, da dieser vor Ansteckung und Ausbruch gefährlicher Infektionen schützt. Im Falle einer Erkrankung bedeutet dies häufig ein wochenlanger Verzicht auf sämtliche sportlichen Aktivitäten.

  • Im Falle von Leistungssportlern kommt dies einem Super-GAU gleich. Impfungen gegen Diphtherie, Hepatitis A und B, Tetanus, Mumps, Masern sowie Keuchhusten werden von zahlreichen Institutionen empfohlen.
  • Hierbei ist es nicht nötig, für jede Erkrankung eine gesonderte Impfung zu erhalten. Die sogenannte MMR Dosis deckt ein breites Spektrum an. Vielfachimpfungen sind in weiten Teilen möglich.

Passionierte Radfahrer und leidenschaftliche Jogger, die es lieben im Frühjahr sportliche Aktivitäten im Freien auszuführen, sollten über eine Frühsommer Meningoenzephalitis Impfung nachdenken. Der Aufenthalt in besonders risikoreichen Gebieten macht eine Impfung notwendig.

  • Sportliche Betätigungen im Ausland sind häufig ohne die entsprechenden Impfungen unmöglich. Die Gefahr an Tollwut, Typhus oder Cholera zu erkranken ist einfach zu groß.

Viele Impfungen sind für die Einreise absolute Bedingung. Das Auswärtige Amt verfügt über entsprechende Listen und berät gerne. Tropenmedizinische Einrichtungen stehen ebenso mit Rat und Tat zur Seite. Beachten Sie unbedingt, dass vor Antritt bestimmter Reisen ein festgelegter Impfzyklus notwendig sein kann. Ohne diesen ist der Reiseantritt nicht möglich.

Ab wann ist der Besuch beim Arzt sinnvoll?

In den meisten Fällen treten keine Impfreaktionen auf. Wird zudem in den ersten Tagen auf sportliche Aktivitäten verzichtet, reduziert sich das Risiko zusätzlich.
Bei der Verwendung eines sogenannten Lebensimpfstoffes werden abgeschwächte Erreger injiziert, die sich zwar noch vermehren, aber nicht mehr krank machen können. Das Immunsystem startet sofort mit seiner Gegenwehr und produziert eine Vielzahl von Antikörpern gegen den Erreger.

  • Totimpfstoffe arbeiten auf Basis inaktiver und abgetöteter Erreger. Sie können aus Bruchteilen der Erreger zusammengesetzt sein, man bezeichnet sie auch als Glanzartikelimpfstoffe.
  • Kommt es zu Spannungen an der Einstichstelle, kann entsprechend gekühlt werden. Kommt es allerdings zu unerträglichen Schmerzen, sollte der behandelnde Arzt eingeschaltet werden.

Mit diesen Impfreaktionen muss jeder Sportler rechnen

Generell gilt, größere Komplikationen sind eine Seltenheit und kommen in weniger als 1 von 1000 Fällen vor. Unerwünschte allergische Reaktionen können durch den Zusatz von Begleitstoffen hervorgerufen werden. Zugesetzte Antibiotika stellen hierbei ein gewisses Risiko dar. Impfungen sind für Sportler sicher. Eine auftretende Infektion ist ein Zeichen, dass das Immunsystem entsprechend reagiert.

Das Risiko wird in Fachkreisen als minimal eingestuft. Experten betonen immer wieder den Nutzen und medizinischen Fortschritt, der durch die Erfindung der Impfungen erzielt wurde. Viele schrecklich Krankheiten könnten ausgerottet und eliminiert werden. Leben weltweit gerettet und Kinder am Leben erhalten werden. Sehr selten kommt es zu diagnostizierten Impfschäden. Die Gesundheitsbehörde definiert diese als gesundheitliche Schädigung aufgrund auftretender Impfreaktionen. Schädigung sind Komplikationen, die über das gewöhnliche Ausmaß hinaus gehen.

Fazit: Sind Sie frisch geimpft, verzichten Sie idealerweise einige Tage auf Sport und intensive körperliche Betätigung. Hören Sie gut auf Ihren Körper und Ihre individuelle Fitness.

  • Besonders für Leistungssportler gilt in den ersten 14 Tagen nach der erfolgten Impfung auf sportliche Höchstleistungen zu verzichten. Es werden Aktivitäten im mittleren Leistungsniveau und moderates Ausdauertraining empfohlen. Bei Unsicherheiten ist es immer ratsam, einen Mediziner zurate zu ziehen.

Grundsätzlich unterscheidet die STIKO bei ihren Empfehlungen nicht zwischen sportlich aktiven bzw. inaktiven Personen. Allerdings gelten einige Impfungen zum Standard, die durchweg empfohlen sind. Gerade auch die jährliche Impfung gegen Grippe kann für Sportler sinnvoll sein. Sie wird nicht explizit empfohlen. Bedenkt man allerdings den langen Trainingsausfall im Falle einer Erkrankung, sollte darüber nachgedacht werden.

  • Gravierende Leistungseinschränkungen sind nicht indiziert. Welche Belastungen geeignet sind, hängt auch immer mit der individuellen Fitness zusammen. Dieser variiert stark und ist von Person zu Person unterschiedlich.
  • Ein verantwortlicher Arzt steht seinen Patienten während des gesamten Impfzyklus mit Rat und Tat zur Seite. So fühlen sich auch Sportler perfekt aufgehoben und in sicheren Händen.

Die von der STIKO empfohlenen Impfungen finden sich in einem Impfkalender. Dieser informiert über erforderliche Rhythmen und Abstände. Diesen gibt es auch für Säuglinge. Das Alter spielt beim Impfen immer eine gewisse Rolle.
Vergessen Sie nie zu jedem Termin Ihren Impfpass mitzubringen. So lässt sich Ihr Impfstatus leicht überprüfen und die Termine und nächsten Fälligkeiten perfekt kontrolliert werden.

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